DAS E-WERK :: das elektronische Musikmagazin

[Startseite]

CD-Kritiken

 

Ashbury Heights / Three Cheers for the Newly Dead (05.10.2007)

Wer erinnert sich nicht an den synthetischen Sound der 80er und 90er Jahre. An die Musik von Depeche Mode, Camouflage und Konsorten. Vor allem Depeche Mode waren prägendes Vorbild für die Entwicklung der synthetischen Popmusik. Jetzt, wo Synthie-Pop schon längst an Popularität verloren hat, versucht das schwedische Newcomer-Duo Ashbury Heights mit ihrem auf dem Indie-Label Out of Line Records erschienenen Debüt "Three Cheers for the Newly Dead" diesen Musikstil wieder aufleben zu lassen.

Doch was haben Depeche Mode und eine schwedische Synthie-Pop-Band gemeinsam? Auf dem ersten Blick zunächst nichts, jedoch kamen viele Synthpop-Formationen der 90er Jahre aus Ländern wie Schweden, Norwegen oder Dänemark und wurden oftmals mit Depeche Mode gleichgesetzt oder kritisch als Abklatsch gesehen. Nichts desto trotz erfreute sich Synthie Pop Ende der 80er und in den 90er Jahren relativ großer Beliebtheit.

Synthpop ist heute nur noch ein Wiederverwerten oft verwendeter Klänge und Samples, viele Künstler unterscheiden sich in ihrer musikalischen Klangfarbe schon gar nicht mehr groß voneinander, was vor allem Skeptikern Anlass zur Behauptung gibt, elektronische Musik sei einfältig und monoton.

Doch dies ist zum Glück nicht immer der Fall. Das im Jahr 2005 gegründete Projekt Ashbury Heights greift mit seinem im Oktober veröffentlichten Album die Synthie-Pop-Tradition der späten 80er und frühen 90er Jahre wieder auf, ohne dabei jedoch das aktuelle Musikgeschehen in der schwarzen Szene außer Acht zu lassen.

Nach dem sie in den vergangenen Monaten bereits durch zwei Club Singles für Aufsehen in der Szene sorgten, erschien nun ihr erster Longplayer. "Three Cheers for the Newly Dead" ist ein poppiges, durchweg tanzbares Album. Der Wechsel zwischen weiblichem und männlichen Gesang, sowie die Mischung aus langsam treibenden ("Angora Overdrive") und schnelleren, eher härteren Tracks ("I paint nightscapes") sorgen für eine gelungene Abwechslung beim Hören dieser CD. Beim Songwriting wurden die beiden von Ashbury Heights nicht nur von den üblichen Themen wie Liebe oder Religion inspiriert, sie verarbeiten auch durchaus untypische Elemente, wie eine Figur aus einer TV-Serie in ihren Songs ("Derrick is a strange machine").

Auch wenn Synthpop eher von Anhängern der sog. Schwarzen Szene gehört wird. "Three Cheers for the Newly Dead" ist ein guter Beweis dafür, dass diese musikalische Stilrichtung durchaus Mainstream-tauglich ist und bestätigt nicht das oftmals vorherrschende Klischee, es würde bei solcher Art von Musik nur um den Tod und das Ende der Welt gehen. Wer Fan von elektronischer Popmusik im Stil von Beborn Beton, Children Within, KieTheVez oder Statemachine ist, der wird an diesem Album Gefallen finden.

 

CD-Kritiken | Startseite

 

© 2007 Christian Ohrens

Ashbury Heights / Three Cheers For The Newly Dead (Out Of Line/SPV, 05.10.2007, ASIN: B000VQQOSK)